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Letzte Aktualisierung:
01.08.2015

Präeklampsie: Erkennung von Risikoschwangerschaften im Rahmen des Ersttrimester-Screenings

Die Präeklampsie ist in westlichen Ländern die häufigste Todesursache schwangerer Frauen [1].
Besonders die frühe Präeklampsie, welche definitionsgemäß vor der 34. SSW auftritt, stellt eine schwerwiegende Schwangerschaftskomplikation mit akuter Gefahr für Mutter und Kind dar.


Folgende Faktoren begünstigen das Auftreten einer Präeklampsie [2]:

 
Relatives Risiko 
Erste Schwangerschaft (Nulliparität) 
2,5 
BMI >=35 
Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft  
Familiäre Anamnese einer Präeklampsie (Mutter hatte Präekl.)  
Alter >40 Jahre 

Durch Berücksichtigung der o. g. Faktoren können, bei einer Falsch-Positivrate von 5%, etwa 20 -30% der Präeklampsie-Fälle vorhergesagt werden [3].

Werden in der SSW 11 -14 zusätzlich der Aa. uterinae-Doppler, der Blutdruck der Schwangeren und die biochemischen Marker PAPP-A und PlGF untersucht, können nach Untersuchungen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Nicolaides [3, 4, 7], bei einer Falsch-Positivrate von 5%, 80-90% der Schwangerschaften erkannt werden, bei denen sich vor der 34. SSW eine Präeklampsie entwickelt sowie etwa ca. 35% der Fälle einer späten Präeklampsie.

Insbesondere der Aa. uterinae-Doppler stellt – bei korrekter Messung – einen validen Marker für die Früherkennung der Präeklampsie dar. Er erhöht die Erkennungsrate bei Untersuchung im Rahmen des Ersttrimester-Screenings um 20-30% [3, 4]. Eine Risiko-Berechnung ist jedoch auch ohne Kenntnis des Aa. uterinae-Pulsationsindex möglich.

Der Grenzwert, ab dem bei dem von uns verwendeten Risikoberechnungsprogramm auf der Basis des Algorithmus von Prof. Cuckle von einem erhöhten Präeklampsie-Risiko ausgegangen werden muss, beträgt 1:20.

ASS-Prophylaxe bei erhöhtem Risiko

Eine Metaanalyse von 34 randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien konnte zeigen, dass durch die prophylaktische Gabe von ASS über die Hälfte der Fälle einer Präeklampsie vermieden werden kann, wenn die ASS-Therapie vor der 16. SSW
begonnen wird (RR = 0,47) [5]. Für schwere Formen der Präeklampsie war die Risikoreduktion durch frühzeitige ASS-Gabe noch ausgeprägter (RR für eine schwere Präeklampsie bei rechtzeitiger ASS-Therapie = 0,09).

Unser Labor bietet die Risikoberechnung für das Auftreten einer Präeklampsie nach Nicoladies/Cuckle an. Das Zeitfenster für die Durchführung der Untersuchungen ist die SSW 11 -14, also der Zeitraum des Ersttrimester-Screenings. Ähnlich wie für die NT-Messung ist für die Aa. uterinae-Messung eine Zertifizierung durch die FMF London erforderlich. Diese kann kostenlos über das Internet (www.fetalmedicine.com/fmf) erworben werden.

Die Risikoberechnung benötigen wir folgende Angaben:

  • fetale SSL
  • mütterliches Gewicht
  • Körpergröße
  • Ethnizität
  • Raucherstatus
  • aktueller Blutdruck (rechter und linker Arm)
  • Aa. uterinae-Doppler-Pulsationsindex (fakultativ)

Im Labor erfolgt die Messung von PlGF und PAPPA mit einer Methode der Firma Perkin Elmer. Aus den o. g. Daten wird zusammen mit den beiden biochemischen Werten je ein individuelles Risiko für das Auftreten einer frühen und einer späten Präeklampsie errechnet. Bei erhöhtem Risiko wird der sofortige Beginn einer Prophylaxe mit 100 mg
ASS bis zur 34. SSW empfohlen.

Bitte beachten Sie, dass seit Februar 2013 PlGF auch als Marker für die Trisomie 21 im Rahmen des Ersttrimester-Screenings eingesetzt werden kann. Die Berücksichtigung von PlGF erhöht die Trisomie-21-Erkennungsrate um etwa 3 % [6].

Benötigtes Material: 1 ml Serum, vom Blutkuchen abgetrennt. Transport bei Raumtemperatur möglich.

Laborkosten:
PlGF: GOÄ-Ziffer 4062 (27,98 €)
PAPP-A: GOÄ-Ziffer 4044 (20,40 €) Wurde PAPP-A bereits im Rahmen des
Ersttrimester-Screenings bestimmt, entfallen die Kosten für diese Untersuchung.

Literatur:

[1] Pre-Eclampsia Community Guideline, BMJ2009;339:626-628

[2] AWMF-Leitlinie Nr. Nr. 015/018 2010

[3] Poon LCY et al., Hypertension 2009;53:812-818

[4] Akolekar R et al., Prenat Diagn 2011;31:66-74

[5] Bujold E et al., Obstet Gynecol 2010;116:402-414

Anforderungsblatt Präeklampsie- und Ersttrimester-Screening

 

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