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Labor Enders
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Titel der Seite: Präeklampsie-Screening in der SSW 11-14


Präeklampsie: Erkennung von Risikoschwangerschaften im Rahmen des Ersttrimester-Screenings

Die Präeklampsie ist in westlichen Ländern die häufigste Todesursache schwangerer Frauen [1].
Besonders die frühe Präeklampsie, welche definitionsgemäß vor der 34. SSW auftritt, stellt eine schwerwiegende Schwangerschaftskomplikation mit akuter Gefahr für Mutter und Kind dar.


Folgende Faktoren begünstigen das Auftreten einer Präeklampsie [2]:

 
Relatives Risiko 
Erste Schwangerschaft (Nulliparität) 
2,5 
BMI >=35 
Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft  
Familiäre Anamnese einer Präeklampsie (Mutter hatte Präekl.)  
Alter >40 Jahre 

Durch Berücksichtigung der o. g. Faktoren können, bei einer Falsch-Positivrate von 5%, etwa 20 -30% der Präeklampsie-Fälle vorhergesagt werden [3].

Werden in der SSW 11 -14 zusätzlich der Aa. uterinae-Doppler, der Blutdruck der Schwangeren und die biochemischen Marker PAPP-A und PlGF untersucht, können nach Untersuchungen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Nicolaides [4], bei einer Falsch-Positivrate von 5%, 80-90% der Schwangerschaften erkannt werden, bei denen sich vor der 34. SSW eine Präeklampsie entwickelt sowie etwa ca. 61% der Fälle einer Präeklampsie vor der 37. SSW.

Insbesondere der Aa. uterinae-Doppler stellt – bei korrekter Messung – einen validen Marker für die Früherkennung der Präeklampsie dar. Er erhöht die Erkennungsrate um 20-30% [4].

ASS-Prophylaxe bei erhöhtem Risiko

Nach Daten der ASPRE-Studie (Rolnik DL et al, NEJM 2017, E-Pub ahead of print) [5] ist die prophylaktische Gabe von 150 mg ASS täglich bis zur 36. SSW zu empfehlen.
Hierdurch wurden in der o. g. Studie im Vergleich zum Placebo zwei Drittel der vor der 37. SSW auftretenden Präeklampsie-Fälle verhindert, wenn mit der Therapie in der 11.-14. SSW begonnen wurde.

Für die Berechnung des Präeklampsie-Risikos benötigen wir folgende Angaben:

  • fetale SSL
  • mütterliches Gewicht
  • Körpergröße
  • Ethnizität
  • Raucherstatus
  • aktueller Blutdruck (rechter und linker Arm)
  • Aa. uterinae-Doppler-Pulsationsindex (fakultativ)

Im Labor erfolgt die Messung von PlGF und PAPPA mit einer Methode der Firma Perkin Elmer. Aus den o. g. Daten wird zusammen mit den beiden biochemischen Werten je ein individuelles Risiko für das Auftreten einer frühen und einer späten Präeklampsie errechnet. Bei erhöhtem Risiko wird entsprechend der ASPRE-Studie der sofortige Beginn einer Prophylaxe mit 150 mg ASS bis zur 34. SSW empfohlen.

Benötigtes Material: 1 ml Serum, vom Blutkuchen abgetrennt. Transport bei Raumtemperatur möglich.

Laborkosten:
PlGF: GOÄ-Ziffer 4062 (27,98 €)
PAPP-A: GOÄ-Ziffer 4044 (20,40 €) Wurde PAPP-A bereits im Rahmen des
Ersttrimester-Screenings bestimmt, entfallen die Kosten für diese Untersuchung.

Literatur:

[1] Pre-Eclampsia Community Guideline, BMJ2009;339:626-628

[2] AWMF-Leitlinie Nr. Nr. 015/018 2010

[3] Poon LCY et al., Hypertension 2009;53:812-818

Anforderungsblatt Präeklampsie- und Ersttrimester-Screening


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