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Letzte Aktualisierung:
25.07.2017

Frühes Screening auf Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)


bei der Präeklampsie, im Volksmund auch „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt, handelt es sich um eine schwerwiegende Komplikation der Schwangerschaft, die in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftreten kann. Sie kommt bei etwa 2 % aller Schwangerschaften vor.

Was ist eine Präeklampsie?

Bei einer Präeklampsie tritt in der zweiten Schwangerschaftshälfte hoher Blutdruck, verbunden mit einer vermehrten Ausscheidung von Eiweiß über die Nieren auf. Gleichzeitig kommt es zu einer verminderten Durchblutung des Mutterkuchens, der das ungeborene Kind versorgt.
In besonders schweren Fällen kann es zu einer Störung der Leber- oder Nierenfunktion, zu Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems (Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) und des Nervensystems (bis hin zu Krampfanfällen) kommen.
Beim Kind führt die Präeklampsie häufig zu niedrigem Geburtsgewicht und Lungenproblemen sowie zu Wachstumsstörungen im Mutterleib. Nicht selten ist es notwendig, eine vorzeitige Entbindung, oft auch als Frühgeburt, einzuleiten, um Gefahr für das Leben von Mutter und Kind abzuwenden.

Man unterscheidet die frühe Präeklampsie, die vor der 34. SSW auftritt, von der späten Präeklampsie (Auftreten nach der 34. Schwangerschaftswoche). Während die späte Präeklampsie durch eine rechtzeitige Entbindung (meist als Kaiserschnitt) gut behandelt werden kann, muss bei einer frühen Präeklampsie, besonders wenn diese vor der 30. Woche auftritt, genau zwischen dem Nutzen und dem Risiko einer sehr frühen Geburt abgewogen werden. Kinder, die vor der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, sind trotz der Möglichkeiten der modernen Medizin immer noch hochgradig gefährdet.

Wie hoch ist mein Risiko, eine Präeklampsie zu entwickeln?

Grundsätzlich gilt, dass Frauen mit
·    Übergewicht (BMI > 35)
·    Präeklampsie in einer vorausgegangenen Schwangerschaft
·    Präeklampsie bei der Mutter oder Schwester der Patientin
·    Diabetes mellitus
·    Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen
·    Alter über 40 Jahre

und Erstgebärende ein erhöhtes Risiko haben, in ihrer Schwangerschaft eine Präeklampsie zu entwickeln.

Anhand dieser Faktoren können nur 20 – 30% der später auftretenden Präeklampsie-Fälle vorhergesagt werden.

Wenn in der 11. – 14. SSW zusätzlich eine Blutdruckbestimmung der Schwangeren, eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Doppler-Untersuchung der Arteriae uterinae der Gebärmutter) und die Bestimmung von zwei Eiweißstoffen im Blut der Schwangeren (PAPP-A und PLGF) durchgeführt wird, können 80-90% der Schwangeren erkannt werden, die eine frühe Präeklampsie entwickeln, sowie ca. 35% der Frauen, die eine späte Präeklampsie entwickeln [1].

Ihr Frauenarzt oder das Labor berechnet aus den o. g. Faktoren ein persönliches, individuelles Risiko für das Auftreten einer frühen und späten Präeklampsie.

Bei erhöhtem Risiko wird der möglichst umgehende Beginn einer Aspirin-Einnahme, nach Daten der ASPRE-Studie [2] in einer Dosis von 150 mg pro Tag, empfohlen. In der ASPRE-Studie konnte gezeigt werden, dass durch eine vorbeugende ASS(Aspirin(R))-Einnahme mit Beginn noch im ersten Schwangerschaftsdrittel (bis SSW 13+6) zwei Drittel aller Präeklampsie-Fälle, die vor der 37. SSW aufgetreten wären, verhindert werden können. Bereits im Jahr 2010 war anhand einer Metaanalyse [3] gezeigt worden, dass durch die vorbeugende Gabe von ASS über 50% der Präeklampsie-Fälle, sogar bis zu 90% der schweren Verlaufsformen, vermieden werden, wenn die ASS-Einnahme vor der 17. Schwangerschaftswoche begonnen wird.
   
Der Zeitraum des Präeklampsie-Screenings stimmt genau mit dem Zeitraum des pränatalen Screenings auf Chromosomenstörungen (Ersttrimester-Screening) überein. Somit können, falls gewünscht, beide Untersuchungen in einer Sitzung durchgeführt werden.

Die Kosten für das Präeklampsie-Screening werden leider von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.
Die Kosten für die Laboruntersuchungen einschließlich Risikoberechnung betragen € 48,38 (bzw. € 27,98, wenn gleichzeitig ein Ersttrimester-Screening durchgeführt wird, da einer der beiden notwendigen Blutwerte bereits im Rahmen des Ersttrimester-Screenings untersucht wird). Hinzu kommen ggf. weitere Kosten für die Doppler-Ultraschalluntersuchung sowie die Blutentnahme.

Weitere Auskünfte gibt Ihnen gerne Ihre behandelnde Frauenärztin / Ihr behandelnder Frauenarzt.

Literatur

[1]   Akolekar R, Syngelaki A, Poon L, Wright D, Nicolaides KH. Fetal Diagn Ther 2013;33:8-15

[2]   Rolnik DL et al., NEJM 2017, EPub ahead of print

[3]   Bujold E et al., Obstet Gynecol 2010;116:402-414

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Was ist eine Präeklampsie?
Wie hoch ist mein Risiko, eine Präeklampsie zu entwickeln?
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