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Letzte Aktualisierung:
04.04.2012

Die Diagnose der Insulinresistenz bei Patientinnen mit PCO-S


Die Insulinresistenz (IR) stellt nicht nur eine Vorstufe des Diabetes mellitus dar, sie ist bei jungen Frauen (neben genetischen Faktoren) auch eine bedeutende Ursache des Syndroms der Polyzystischen Ovarien (PCO-S) [1, 2].

Das PCO-S ist bei jungen Frauen der häufigste Grund für unerfüllten Kinderwunsch und Zyklusstörungen.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Frauen mit PCO-S ein erhöhtes  Risiko für Arteriosklerose und für das spätere Auftreten eines Diabetes mellitus Typ II haben.

Eine Besserung der Insulin-Sensitivität bzw. der metabolischen Situation, z. B. durch Änderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, vermehrte körperliche Aktivität), oder auch medikamentös (z. B. Metformin) ist heute daher wichtiger Bestandteil der Therapie von Patientinnen mit PCO-S [6]. Durch die Besserung der metabolischen Situation kommt es in den meisten Fällen zu einem Rückgang der Androgenspiegel und zu einem Anstieg des SHBG, oftmals bessern sich auch Zyklusstörungen, die Fertilitätsrate wird erhöht [1, 2].

Einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Insulinresistenz ergibt im Rahmen der Untersuchung der Hormonspiegel ein niedriger SHBG-Spiegel (Insulin supprimiert die SHBG-Synthese in der Leber [7]).

Mittels der Berechnung des "HOMA-Index" ist eine relativ zuverlässige Diagnose der Insulinresistenz möglich. Hierfür wird morgens nach mind. 12-stündigem Fasten der Insulin- und Glucosespiegel bestimmt.

Eine Absicherung der Diagnose einer Insulinresistenz ist durch die ergänzende Messung des intakten Proinsulins möglich (Sensitivität 44%, Spezifität 91% [4]). Diese Untersuchung erscheint uns im Rahmen der primären Diagnostik jedoch entbehrlich.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter Tel. 0711 / 6357-210 zur Verfügung.

Empfehlung unseres Labors:

Bei V. a. Insulinresistenz (PCO-Syndrom, Adipositas (BMI >28 kg/m2), Zyklusstörungen, Sterilität ungeklärter Ursache) sollte zur Diagnose der Insulinresistenz die Bestimmung von Glucose (NaF-Blut) und Insulin (gefrorenes Serum) morgens nüchtern durchgeführt werden. Hieraus berechnen wir den HOMA-Index.

Normwerte:

Ein HOMA-Index über 2 weist auf eine Insulinresistenz hin, Werte über 2,5 gelten als nahezu beweisend.

Literatur:

[1] Nardo LG, Rai R: Metformin therapy in the management of polycystic ovary syndrome: endocrine, metabolic and reproductive effects. Gynecol Endocrinol 2001;15:373-380

[2]  Norman RJ et al.: Metformin and intervention in polycystic ovary syndrome. MJA 2001;174:580-583

[3]  Matthews DR et al.: Homeostasis model assessment: insulin resistance and ß-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologica 1985;28:412-419

[4] Pfützner A, Vortrag DELAB-Tagung Mainz 9/2003

[5] Cho LW, Atkin SL: Cardiovascular risk in women with polycystic ovary syndrome. Minerva Endocrinol 2007;263-273

[6] Thomson RL et al., The Effect of a Hypocaloric Diet with and without Exercise Training on Body Composition, Cardiometabolic Risk Profile, and Reproductive Function in Overweight and Obese Women with Polycystic Ovary Syndrome. J Clin Endocrinol Metab 2008;93:3373–3380



Info zum Thema: Insulinresistenz bei Patientinnen mit PCO-S

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