Home · Sitemap · Impressum


Akkreditiert nach
DIN EN ISO/IEC 17 025
DIN EN ISO 15 189
 
Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
19.05.2014

Untersuchung auf B-Streptokokken in der Schwangerschaft (B-Streptokokken-Screening, GBS-Screening)



Unsere Patienten-Information können Sie durch Klicken auf die Grafik als pdf downloaden

In den ersten Tagen nach der Entbindung kann das Neugeborene an einer Infektion durch sogenannte B-Streptokokken (syn.: GBS, Streptokokken der Gruppe B, S. agalactiae)  schwer erkranken. Diese Infektion kann in den meisten Fällen verhindert werden, wenn gegen Ende der Schwangerschaft eine mikrobiologische Untersuchung auf B-Streptokokken durchgeführt wird (sog. B-Streptokokken-Screening). Diese Vorsorgeuntersuchung wurde in die entsprechende Leitlinie der zuständigen medizinischen Fachgesellschaft (Dt. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) aufgenommen.

Was sind B-Streptokokken?

B-Streptokokken sind Bakterien, die bei jeder dritten bis vierten gesunden Schwangeren in der Scheide oder im Darm vorkommen, in der Regel keine Beschwerden verursachen und für die Schwangere selbst keine Gefahr darstellen. Deshalb ist während der Schwangerschaft i. d. R. auch keine Behandlung erforderlich. Eine Gefährdung besteht jedoch für das Neugeborene.




Welche Erkrankungen können B-Streptokokken beim Neugeborenen verursachen?

Wenn B-Streptokokken während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden, kann es an schweren Infektionen erkranken. Gefürchtet ist insbesondere die durch B-Streptokokken verursachte Hirnhautentzündung.

Wie kann man feststellen, ob bei einer Schwangeren B-Streptokokken vorliegen?

Im Auftrag der Frauenärztin / des Frauenarztes können die B-Streptokokken im  mikrobiologischen Facharztlabor durch Kulturverfahren nachgewiesen werden. Von den zuständigen medizinischen Fachgesellschaften (u.a. Dt. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe)  wird die Entnahme eines bakteriologischen Abstrichs aus Scheide und Enddarm (Rektum) empfohlen. Der von manchen Frauen als unangenehm empfundene Rektumabstrich kann auch durch einen Abstrich aus der Umgebung des Anus (Perianalabstrich) ersetzt werden, da vergleichende Untersuchungen gezeigt haben, dass die Aussagekraft gleichwertig ist.  Die Untersuchung sollte am Ende der Schwangerschaft (35. bis 37. Woche) durchgeführt werden. Damit die Erreger zuverlässig entdeckt werden, muss das Labor spezielle Kulturverfahren einsetzen.

In der wissenschaftlichen Literatur werden Besiedelungsraten zwischen 20 und 30% angegeben, die im Rahmen von Studien vorwiegend im Ausland ermittelt wurden. Aus Deutschland gibt es nur eine Untersuchung aus jüngerer Zeit zur Besiedelung Schwangerer mit B-Streptokokken: bei 34 von 210 (16%) Frauen wurden in vaginal-rektalen Abstrichen B-Streptokokken angezüchtet  (Int J Med Microbiol 2006 Feb;296(1):39-44. Epub 2005 Dec 19.

Im Labor Enders wurden bei 24,95 % von bislang über 25.000 im Rahmen des GBS-Screenings untersuchten Schwangeren B-Streptokokken nachgewiesen.

Bitte beachten Sie: auch bei korrekter Entnahme der Abstriche in der Frauenarztpraxis und sorgfältigster Diagnostik im Labor kann es vorkommen, dass eine B-Streptokokkenbesiedlung nicht nachgewiesen wird und es in Folge unter Umständen zu einer Infektion des Neugeborenen kommt.  Hier handelt es sich jedoch um Einzelfälle, die letztlich nicht vermeidbar sind, da keine Laboruntersuchung eine Treffsicherheit von 100% hat. Uns ist bisher lediglich ein einziger  Fall bekannt geworden, bei dem trotz  korrekt durchgeführten B-Streptokokken-Screenings mit negativem Befund (d.h. keine B-Streptokokken nachweisbar) eine B-Streptokokkensepsis des Neugeborenen (frühe Form) aufgetreten war.

 

Bedeutung von sog. Schnelltesten zum Nachweis von B-Streptokokken:

Immunologische Schnellteste

Die teilweise angebotenen Schnellteste (immunologische Teste, bei denen unmittelbar nach Abstrichentnahme ein Ergebnis vorliegt) sind weniger empfindlich als die Kulturverfahren (d.h. B-Streptokokken werden von den Testen z.T. nicht erkannt) und sollten deshalb nicht eingesetzt werden. 

 Molekularbiologische Schnellteste

Molekularbiologische Nachweisverfahren (z.B. PCR) ermöglichen ebenfalls den Nachweis von B-Streptokokken innerhalb weniger Stunden, sind aber im Gegensatz zu den immunologischen Schnelltesten ebenso aussagekräftig wie das Kulturverfahren (Anzucht). Nachteil sind die vergleichsweise hohen Kosten.

Was geschieht, wenn bei einer Schwangeren B-Streptokokken nachgewiesen werden?

Der Streptokokkennachweis kann durch einen Aufkleber im Mutterpaß dokumentiert werden. In der Klinik wird dann während der Geburt je nach Dauer ein- bis zweimal ein Antibiotikum verabreicht (in der Regel verwendet man Penicillin; sollte bei Ihnen eine Penicillinallergie bekannt sein, muß dies dem Labor bei der Einsendung des Abstrichs mitgeteilt werden, damit die Streptokokken auf Empfindlichkeit gegen andere Antibiotika getestet werden ).

Durch die Antibiotikaprophylaxe werden  B-Streptokokken-Infektionen in den ersten Lebenstagen des Neugeborenen in den meisten Fällen verhindert.

Während der Schwangerschaft werden B-Streptokokken bei beschwerdefreien Schwangern in der Regel nicht behandelt, da diese kein erhöhtes Risiko für Infektionen in der Schwangerschaft darstellen. Zudem kommt es nach einer Behandlung der B-Streptokokken mit Antibiotika häufig zu einer erneuten Besiedelung im weiteren Verlauf der Schwangerschaft

Wer trägt die Kosten für die B-Streptokokken-Untersuchung?

Da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Untersuchung derzeit nicht übernehmen, kann sie bei gesetzlich Versicherten nur als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durchgeführt werden und muß privat bezahlt werden.

Die Kosten für die Laboruntersuchung betragen zwischen 10 und 15 € .

Ansprechpartner: Dr. Thomas Regnath



Zum Herunterladen:

B-Streptokokken-Info

 

 Seite drucken

Übersicht:

Untersuchung auf B-Streptokokken in der Schwangerschaft (B-Streptokokken-Screening, GBS-Screening)
Was sind B-Streptokokken?
Welche Erkrankungen können B-Streptokokken beim Neugeborenen verursachen?
Wie kann man feststellen, ob bei einer Schwangeren B-Streptokokken vorliegen?
Was geschieht, wenn bei einer Schwangeren B-Streptokokken nachgewiesen werden?
Wer trägt die Kosten für die B-Streptokokken-Untersuchung?
Zum Herunterladen:
B-Streptokokken-Info