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Titel der Seite: Dermatomykosen


Schneller Nachweis von Dermatomykosen mittels PCR

Hintergrund

Dermatomykosen sind Pilzinfektionen der oberflächigen und subkutanen Hautschichten sowie der Hautanhangsgebilde (Haare und Nägel). Die medizinisch relevanten Dermatophyten fallen in die Gattungen Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton. Im mitteleuropäischen Raum werden bis zu 80 % der Dermatomykosen durch Erreger der Gattung Trichophyton,vorwiegend Trichophyton rubrum, verursacht. Neben den pathogenen Dermatophyten zählen zum Erregerspektrum auch fakultativ pathogene opportunistische Erreger wie Hefen und Schimmelpilze. Diese spielen insbesondere bei abwehrgeschwächten Menschen eine Rolle.

Dermatomykosen zeigen nur selten eine Selbstheilungstendenz. Die Behandlung mit Antimykotika erfolgt meist lokal, in selteneren Fällen unterstützt durch eine systemische Therapie. Begleitend sollten hygienische Maßnahmen getroffen werden. Die verschiedenen Antimykotika wirken unterschiedlich auf die einzelnen Pilzarten. Für eine gezielte und erfolgreiche Therapie des Patienten ist daher eine schnelle und zuverlässige Erregerdiagnose und die daraus resultierende Wahl des Therapeutikums entscheidend. 

Diagnostik

Die konventionelle dermatomykologische Diagnsotik beruht auf dem mikroskopischen und kulturellen Erregernachweis (Goldstandard). Dabei ermöglicht das mikroskopische Nativpräparat nur einen Direktnachweis von Pilzelementen im klinischen Material, ohne dass die Gattung oder Art des Erregers näher bestimmt werden kann. Zudem gelingt der mikroskopische Nachweis nicht immer. Der kulturelle Erregernachweis dauert bis zu 4 Wochen. Der molekularbiologische Nachweis von Dermatomykoseerregern mittels Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ermöglicht die Identifizierung, auch bei Mischinfektionen, von 23 in Europa relevanten Erregern innerhalb von nur 2 bis 3 Tagen.

Die PCR zeichnet sich durch eine hohe Sensitivität und Spezifität aus. Da mit der PCR auch DNA aus bereits abgetöteten Pilzen oder avitalen Pilzformen amplifiziert wird, kann diese Mehode auch bei Patienten mit bereits anbehandelter Dermatomykose ein Ergebnis liefern. Dies erleichtert die differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber anderen Dermatosen und ist entscheidend für die Wahl des Antimykotikums und damit Grundlage für eine erfolgreiche lokale oder systemische Therapie.

Molekularbiologisch nachweisbares Erregerspektrum bei Verdacht auf Dermatomykose

Dermatophyten: Trichophyton rubrum, T. interdigitale, T. tonsurans, T. violaceum, T. verrucosum, Arthroderma benhamiae, Microsporum canis, M. ferrugineum, M. audouinii, M. gypseum, Epidermophyton floccosum

Hefen: Candida albicans, C. tropicalis, C. glabrata, C. krusei, C. guilliermondii, C. parapsilosis, Trichosporon cutaneum

Schimmelpilze: Aspergillus fumigatus, A. flavus, A. niger, A. versicolor, Scopulariopsis brevicaulis

Probennahme / Untersuchungsmaterial

Probenmaterial sollte möglichst vor Therapiebeginn bzw. in einer Therapiepause gewonnen werden. Vor der Probenentnahme sollte der mykoseverdächtige Herd mit 70 %-igem Ethanol gesäubert werden. Bitte verwenden Sie für die Probenaufnahme keine Wattetupfer.

Haut: Möglichst viele kleine Hautpartikel bzw. Schuppen aus dem Übergang zwischen befallener und gesunder Haut mit Hilfe eines sterilen Skalpells, Kürette oder scharfem Löffel entnehmen.

Nägel: Zerstörtes Nagelgewebe mit Schere, Skalpell, scharfem Löffel oder Fräse weitgehend entfernen und möglichst viele kleine Nagelspäne (keine ganzen Nägel!) aus dem Übergang zwischen befallenem und gesundem Nagelbereich entnehmen.

Haare: 10 - 20 Einzelhaare aus dem Randbereich der Läsion mit Epilierpinzette herausziehen.

Anforderung und Probenversand

Bitte verwenden Sie unseren speziellen Untersuchungsauftrag "Dermatomykosen (PCR)" und für den Probenversand sterile Transportgefäße mit Schraubverschluss (ohne Formalin, kein Abstrichtupfer). Untersuchungsaufträge und Transportgefäße sowie Versandtüten können Sie gerne auch kostenlos über unsere Versandabteilung beziehen (Tel: 0711 6357-104).

Untersuchungskosten

Die Kosten für den PCR-Test werden von den gesetzlichen Krankenkassen leider nicht übernommen. Gesetzlich Versicherte müssen die Kosten daher als IGeL-Leistung selbst tragen. Für privat Versicherte erfolgt eine Kostenübernahme nach GOÄ durch deren PKV.

IGeL         € 81,60

PKV         € 113,95

Ansprechpartner

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch unter 0711 6357-266 zur Verfügung.


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