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FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
24.03.2014

Aktuelles zum neuen Humanen Coronavirus MERS-CoV (Middle Eastern Respiratory Syndrome Coronavirus)

Bei dem im Jahre 2012 aus Untersuchungsmaterialien von Patienten mit schwerer Atemwegserkrankung isolierten Virus handelte es sich um ein, bis dahin unbekanntes, RNA-Virus, welches über seinen genetischen Fingerabdruck den Coronaviren zugeordnet werden konnte.

Mit Stand vom 28.02.2014 berichtete nun die WHO von bislang 184 Personen mit einer dokumentierten MERS-Infektion mit einem, in 80 (43%) Fällen, tödlichen Verlauf. Alle Infektionen wurden auf der Arabischen Halbinsel (Saudi Arabien, Jordanien, Katar, VAE) erworben und einige von dort in andere Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, England) exportiert. Obwohl der Großteil der Fälle vermutlich eine tierische Infektionsquelle hat, wurden nun auch limitierte Mensch-zu-Mensch Übertragungen in den o.g. arabischen Ländern sowie in England beobachtet. Neue Studien lassen vermuten, dass Dromedare als tierisches Reservoir für MERS dienen.

Ein amerikanisch-saudiarabisches Forscherteam hat in Saudi Arabien (SA) in Dromedaren eine Seropositivität bei mehr als 80% der Tiere gefunden. Mittels PCR konnte das Virus im Nasensekret jedoch nur selten in deren Stuhl nachgewiesen werden. Eine Ausbreitung über z.B. Tröpfcheninfektion ist daher anzunehmen. Retrospektive Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass MERS-CoV seit mindestens 20 Jahren in Dromedaren in SA zirkuliert, während bei Ziegen und Schafen solche Hinweise nicht gefunden wurden. Angesichts der Tatsache, dass es in SA nur ca. 260.000 Dromedare gibt, deren Anzahl jedoch allein in den benachbarten Ländern Äthiopien und Sudan in die Millionen geht, könnte das natürliche Reservoir für dieses Virus wesentlich größer sein, als bislang angenommen. Epidemiologische Untersuchungen um herauszufinden, ob es auch in Afrika schon Infektionen des Menschen gab, sind im Gange. Vergleiche des genetischen Fingerabdrucks der MERS-Isolate aus Mensch und Dromedar haben zwar eine hohe Übereinstimmung ergeben, die nachgewiesenen geringen Unterschiede sind jedoch Gegenstand intensiver Untersuchungen. Es könnte sich dabei um Mutationen handeln, die mit einer Adaptierung des Virus an die Vermehrung im Menschen assoziiert sind und evtl. auch zu einer besseren Mensch-zu-Mensch Übertragung führen können.

Wie auch bei der Influenza birgt das Entstehen eines durch Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch übertragbaren Virus die Gefahr der Pandemie. Entsprechend intensiv werden weitere Untersuchungen über die Verbreitung des MERS-CoV in Mensch und Tier vorangetrieben.

Labordiagnostischer Nachweis bei Verdachtsfällen (schweres resp. Syndrom)

Das Mittel der Wahl ist der Direktnachweis der viralen RNA mittels PCR. Wir setzen hierfür den vom RKI empfohlenen und für das MERS-CoV spezifischen upE-PCR-Test ein.

Geeignetes Progenmaterial

- Sputum (wenn produziert, aber kein Speichel)

- Bronchiallavage

- Nasopharynxaspirat

- Rachenspülwasser

- Nasen/Rachenabstrich

 

Verpackung und Probenversand

Bitte jede Einsendung möglichst telefonische avisieren (Tel: siehe unten).

Klinische Proben mit V.a. Infektion mit MERS-CoV in einer Verpackung bestehend aus 3 Komponenten versenden.

1.) Probenschutzgefäß (=Primärverpackung)

2.) Schutzgefäß (flüssigkeitsdicht verschraubtes Plastikröhrchen mit saugfähigem Material = Sekundärverpackung)

3.) Umschlag aus reißfestem Material (=Umverpackung)

Die Komponenten können Sie bei uns beziehen (Tel: 0711-6357-104)

Anforderung der Untersuchung

Bitte vermerken Sie auf Ihrer Anforderung: MERS-CoV PCR oder Neues Coronavirus

 

Mehr Details (z.B. Falldefinition) unter

http:www.rki.de/DE/Content/InfAZ/C/Corona/Corona.html

 

Bei Rückfragen

Dr. Gunnar Schalasta (Tel. 0711-6357-140)

Dr. Michael Schmid (Tel. 0711-6357-142)

Dr. Marcel Bläse (Tel. 0711-6357-267)

 

Literatur

Corman VM et al, Eurosurveillance, Volume 17, Issue 39, 27 September 2012

Virusepidemiologische Information Nr 5/14 der medizinischen Universität Wien

 

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