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Letzte Aktualisierung:
04.04.2012

Allgemeines zu Ehrlichien und Anaplasmen

Bakterien aus der Familie Anaplasmataceae sind wie die Rickettsien (Rickettsiaceae) sehr kleine, intrazellulär lebende Bakterien, die ebenfalls zur Ordnung der Rickettsiales gehören. Infektionen mit "Ehrlichien" wurden erstmals 1953 mit Neorickettsia sennetsu (damals Ehrlichia sennetsu) diagnostiziert.

 

Infektionen beim Menschen wurden durch Anaplasma phagocytophilum (zunächst als HGE-Agens oder E. phagocytophila bezeichnet), E. chaffeensis, E. ewingii, E. canis und N. sennetsu beschrieben.

Zwei Erkrankungen scheinen in Europa von Bedeutung zu sein. Das ist zum einen die Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA). Vor der Neuordnung wurde die Erkrankung auch als Humane Granoluzytäre Ehrlichiose (HGE) bezeichnet. Der Erreger A. phagocytophilum wurde jetzt aber dem Genus der Anaplasmen zugeordnet. Zusammen mit den Ehrlichien und weiteren gehören sie zur Familie der Anaplasmataceae. Die zweite Erkrankung ist die Humane Monozytäre Ehrlichiose (HME), die durch E. chaffeensis verursacht wird. Diese Erkrankung tritt vor allem in Nordamerika auf. Für Europa hat sie nach jetzigem Kenntnisstand eine untergeordnete Bedeutung.

In Europa wird die HGA durch den Stich von I. ricinus übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch Bluttransfusion ist ebenfalls beschrieben.

 

Krankheitsbild

Obwohl die HGA und HME durch unterschiedliche, jedoch verwandte Bakterien verursacht wird, die auch unterschiedliche Zellen infizieren (HGA: Granulozyten; HME: Monozyten), ist das Krankheitsbild bei symptomatischen Patienten doch sehr ähnlich.  Die Inkubationszeit beträgt 1(-4) Woche(n). Differentialdiagnostisch ist die HGA von der FSME abzugrenzen.

Man geht allerdings davon aus, dass die Mehrzahl der Infektionen subklinisch verläuft.



Blutausstrich mit HGE (1) und HME (2)
Quelle:CDC

Symptome in Prozent der Erkrankten (nach Dumler JS. 2005)

Symptome, Befunde 
HME 
HGE 
Fieber 
97 
93 
Myalgien 
57 
77 
Kopfschmerz 
80 
76 
Krankheitsgefühl 
82 
94 
Übelkeit 
64 
38 
Erbrechen 
33 
26 
Diarrhoe 
23 
16 
Husten 
26  
19 
Arthralgien 
41 
46 
Exanthem 
31 
Nackensteifigkeit 
21 
Verwirrtheit 
19 
17 
Leukopenie 
62 
49 
Throbozytopenie 
71 
71 
Erhöhte Leberwerte (GOT, GPT) 
83 
71 

 

Schwere Komplikationen sind bei beiden Erkrankungen selten, es sind jedoch bei HME (vor allem bei Immunsupprimierten) auch ZNS-Beteiligungen (Meningitis, Meningoencephalitis) beschrieben. Bei HGA sind Neuropathien beschrieben.

Diagnostik

Es kann versucht werden, den Erreger mittels Blutausstich (HGA in Granulozyten) nachzuweisen. Eine weitere Möglichkeit des Erregernachweises ist die PCR.

Daneben lassen sich in der 2.-3. Krankheitswoche Antikörper nachweisen Wir verwenden hier einen indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT) mit E. chaffeensis und A. phagocytophilum als Antigen. 





Negativer und positver IIFT mit A. phagocytophilum als Antigen
(c) Dr. med. F.Tewald

Therapie

Doxycyclin, Tetrazyklin. Bei Kontraindikation ggf. Rifampicin

 

 

Verantwortlich für den Inhalt

Dr. med. Friedemann Tewald (0711-6357-119)

 

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Diagnostik
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